Series-B-Finanzierungsrunden sind Meilensteine — und gleichzeitig intensive Datenschutz-Prüfungen. Investoren, Lead-VCs und deren Rechtsberater durchleuchten nicht nur Finanzkennzahlen, sondern zunehmend auch die Datenschutz-Compliance. Wer unvorbereitet in eine Due Diligence geht, riskiert Verzögerungen, Bewertungsabschläge oder im schlimmsten Fall einen Abbruch. Dieser Artikel zeigt, wie Startups und Scaleups Datenschutz-Compliance rechtzeitig aufbauen.
Warum Datenschutz bei Finanzierungsrunden immer wichtiger wird
Noch vor wenigen Jahren war Datenschutz im Due-Diligence-Prozess ein Randthema. Das hat sich grundlegend geändert: Nach Inkrafttreten des revidierten Schweizer DSG (September 2023), der DSGVO (seit 2018) und dem österreichischen DSG AT ist Datenschutz-Compliance ein handfestes Haftungsthema — und damit ein Bewertungsfaktor.
Was Investoren heute prüfen:
DSG (CH), DSGVO (DE/EU) und DSG AT (AT) sind nicht nur Compliance-Anforderungen — sie sind Risikofaktoren in der Due-Diligence-Bewertung. Identifizierte Lücken führen zu Nachverhandlungen oder erhöhten Garantieanforderungen.
Typische Datenschutz-Lücken bei wachsenden Startups
In der frühen Wachstumsphase steht Datenschutz selten im Vordergrund. Das ist verständlich — aber spätestens vor einer Series B ein Risiko. Die häufigsten Lücken:
Unkontrollierter KI-Einsatz
Mitarbeiter nutzen ChatGPT, Claude oder Gemini mit Kundendaten — ohne Anonymisierung und ohne Unternehmensrichtlinie.
Fehlendes VVT
Das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten (Art. 30 DSGVO) ist unvollständig oder nicht aktuell.
Fehlende AV-Verträge
Mit Dienstleistern, die Personendaten verarbeiten, fehlen Auftragsverarbeitungsverträge.
Keine DSFA
Für risikoreiche Verarbeitungen fehlt eine Datenschutz-Folgenabschätzung (Art. 35 DSGVO / Art. 22 DSG).
Unklare Löschfristen
Kundendaten werden unbegrenzt aufbewahrt, obwohl DSG und DSGVO Löschpflichten vorsehen.
Fehlende Dokumentation
Datenschutzmassnahmen existieren, sind aber nicht dokumentiert — und damit für Investoren und Behörden unsichtbar.
Compliance aufbauen: Der 5-Schritte-Plan vor der Due Diligence
Bestandsaufnahme
Erfassen Sie alle Verarbeitungstätigkeiten mit Personendaten. Wo kommen Kundendaten rein? Wer hat Zugriff? Welche Tools werden genutzt?
KI-Nutzung regeln
Erstellen Sie eine verbindliche Unternehmensrichtlinie für den Einsatz von Cloud-KI. Verpflichten Sie Mitarbeiter zur Anonymisierung mit Incognify vor der KI-Nutzung.
Verträge prüfen
Stellen Sie sicher, dass mit allen Auftragsverarbeitern aktuelle AV-Verträge nach Art. 28 DSGVO / Art. 9 DSG vorliegen.
Dokumentieren
Dokumentieren Sie alle Datenschutzmassnahmen, Schulungen und Prozesse. Was nicht dokumentiert ist, existiert rechtlich nicht.
Audit-Trail aufbauen
Nutzen Sie Incognifys eingebauten Audit-Trail: Er belegt, dass Anonymisierungen stattgefunden haben — ein starkes Signal für Investoren.
Rechtliche Grundlagen in CH, DE und AT
Startups, die in mehreren DACH-Märkten tätig sind, müssen alle drei Rechtsräume im Blick behalten:
Fazit: Datenschutz ist kein Hindernis — er ist ein Wettbewerbsvorteil
Startups, die Datenschutz-Compliance frühzeitig aufbauen, gehen gestärkt in Due-Diligence-Prozesse. Sie zeigen Investoren, dass das Unternehmen skalierbar und rechtssicher aufgestellt ist. Mit Incognify lässt sich der kritischste Schritt — die Kontrolle des KI-Einsatzes — einfach und nachweisbar umsetzen.
Bereiten Sie Ihr Unternehmen auf die nächste Finanzierungsrunde vor — mit Datenschutz als Stärke statt als Risiko.